Fortschritte

Es ist noch nicht sehr lange her, da war ich in der Nähe von Schwabach im Hubert-Schwarz-Zentrum auf einem Gesundheitsseminar. Ich wurde gezwungen über meine Ziele, meine Prioritäten, mein Leben nachzudenken. Eine Einsicht der Veranstaltung war u.a. Dass ich mir ein Hobby suchen muss. Das habe ich getan. Und aus diesem Hobby wird gerade eine Leidenschaft. Es gelingt mir tatsächlich, schöne Bilder zu machen und jeder Erfolg macht süchtig und verlangt nach mehr. Ich verbringe inzwischen viel Zeit damit zu fotografieren und die Fotos zu entwickeln. Der gesamte Kreative Prozess ist unglaublich faszinierend. Genauso faszinierend ist aber auch zu sehen, wozu ich fähig bin. Hätte selbst nie gedacht, dass doch noch so viel Kreativität in mir steckt. Außerdem macht es den Kopf frei und das Herz leicht.

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Zwei aktuelle Beispiele meiner Leidenschaft.

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Alle Jahre wieder …

muss ich an Krücken gehen. Vor einem Jahr hatte ich mir 2 Zehen gebrochen, bei dem Versuch schwungvoll aus dem Bett zu kommen. Diesmal ist es schon etwas heldenhafter: vorderes Kreuzband und Innenband des linken Knies gerissen. Da waren sie wieder meine Krücken. Zum Glück habe ich sie aufgehoben.

Das tut aber schon verd…. weh. Außerdem ist es wirklich kompliziert so mit künstlich versteiftem Bein durch die Gegend zu humpeln. So auf ebener Fläche komme ich ja ganz gut zurecht, aber Treppen sind ein echtes Problem. Hier geht nur eine Stufe auf einmal. D.h. halbe Geschwindigkeit. Sehr schwierig ist auch das Klo. Irgendwie sind die Klos so tief und ich habe jedes mal das Gefühl als stürze ich in ein tiefes Loch, wenn ich mich auf’ s Klo setz. Da lobe ich mir doch die Behindertentoiletten. Die haben wenigsten die richtige Höhe. Mal sehen wie lange das noch so geht. Also am 10. Februar komme ich unters Messer, dann folgt sicher noch eine Weile Reha usw. Kann sich also noch ein bisschen hinziehen.

Bis dahin bin auch noch ein bisschen beschäftigt. Vom 6. bis 8. Februar ist in Berlin die extremeCRM. Dort werde ich mir mal den Decision Maker Track geben. Ausserdem bin ich noch am 7. bei den für CRM verantwortlichen Microsofties eingeladen und eine Abendveranstaltung im Lauschgift gibt es auch noch. Doof das ich im Moment nicht tanzen kann. Das würde eher Forrest Gump mäßig aussehen. Die Mitleidstour mache ich morgen. Da werde ich mich humpelnd auf die Bühne schleppen und die Höhepunkte aus Jesaja 38-42 präsentieren. Übrigens eine wirklich schöne Passage.

Das schlimmste an dem Bänderriss sind aber die Bauchspritzen gegen Thrombose. Die muss ich mir jeden Tag in die Bauchfalte spritzen. Obwohl… vielleicht ist auch die Prothese das schlimmste. Kann mich nicht so recht entscheiden.

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Club 37

Nachdem ich ja den Club 27 erfolgreich hinter mir gelassen habe und Amy meinen Platz dankend eingenommen hat (Alkoholvergiftung 4,16 Promille), bin ich jetzt im Club 37 angekommen. 37 ist der Zeitpunkt an dem man schon gefühlte 30 Jahre geschuftet hat und noch reelle 30 Jahre vor sich hat.

Was hat sich also geändert in den letzten 10 Jahren? Hier mal ein Ausschnitt:
Vor 10 Jahren
- habe ich in Windhoek/Namibia gelebt, heute lebe ich in Fürth/Bayern
- war ich in einer englischen Versammlung, heute bin ich in einer deutschen Versammlung
- hatte ich noch keine Kinder, heute habe ich 2
- wusste ich noch nicht so recht womit ich mein Geld verdienen soll, heute ist das ziemlich genau definiert
- hatte ich Schulden, ohne einen Plan, wie ich die jemals wieder loswerden soll, heute bin ich sie weitestgehend los
- war es schon schwierig ein guter Ehemann zu sein, heute ist es noch schwieriger ein guter Vater zu sein
- hatte ich einen alten Ford Laser, heute fahre ich einen 3er BMW
- habe ich in einem Büro zu Hause gearbeitet, heute fahre ich jeden Tag ins Büro
- hatte ich oft nichtmal das Geld die Miete zu bezahlen, heute kann ich alle Rechnungen bezahlen
- war ich noch kein Dienstamtgehilfe, heute bin ich Ältester
- hatte ich noch Träume, heute habe ich Pläne

Ist mein Leben heute besser als vor 10 Jahren oder war es früher besser? Das ist eine unmöglich zu beantwortende Frage. Es gibt Dinge die waren früher besser und es gibt Dinge, die sind heute besser. Möchte ich noch so leben wie vor 10 Jahren? Nein, sicher nicht. Dafür würde mir zuviel von dem Schönen fehlen, das ich heute habe. Vermisse ich Dinge von damals. Ja sicher.
Aber es ist mir auch deshalb nicht möglich diese Frage zu beantworten, weil es nicht meiner Persönlichkeit entspricht. Ich besitze die (sicher seltene) Fähigkeit mich immer da wohl zu fühlen wo ich gerade bin aber ohne den Blick für mögliche Veränderungen und Verbesserungen zu verlieren. Daher werde ich auch nie bequem sondern strebe immer nach Fortschritt, nicht weil mir nicht gefällt was ich jetzt tue und wo ich jetzt bin, sondern weil Veränderung zu meinen Leben fest dazugehört. Nichts ist so beständig wie der Wandel. Hurra.

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